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o.k. so im Großen und ganzen sind das alle Reviews die wir so erhalten haben... wenn jemand eines hat was hier nicht steht würde uns das freuen wenn er es mailt oder so rilleralle-kosmos@t-online.de

REVIEWS ZU "MEDUSAFLÖßE ZU PFLUGSCHAREN"

Visions 10/07
Die Leipziger Schule macht ihr Ding. d.h. bereichern den intelligent-deutschsprachigen Punkrock-Kosmos um eine sehr eigenwillige Variante

Das dritte Album der Band mit den zwei Buchstaben. Auch "Medusaflöße zu Pflugscharen" zeugt wieder von ihrer etwas schrulligen Einzigartigkeit. Klar, der Gesang erinnert zuweilen an die Boxhamsters, sicher, die Musik spielt mit einigen Momenten, die man emo nennen könnte, aber das ist nicht der Punkt. Die Leipziger haben ihr eigenes Universum geschaffen, das weit über das hinausgeht, was man gemeinhin adeutschsprachigen Punkrock nennt. Was zunächst wie ein wildes, chaotisches und ja: auch sperriges Sammelsurium aus Zitaten, Insiderwitzen und Wortspielereien wirkt, verdichtet sich nach und nach zu einem großen Ganzen, einer ganzen Welt (dieser) und dem Wunsch nach einer anderen (Gegenentwurf). Dabei entspricht die Musik der textlichen Herangehensweise, wo sich hinter scheinbar kindlich naiven Aussagen philosophische Grundfragen verbergen (bezeichnend ist der Ausschnitt aus dem Tarkowski-Filmmeisterwerk "Solaris", der sich ohne das Wissen um die Herkunft wie ein trashiges Science-Fiction-Hörspiel deuten lassen könnte): Punkrock-Gitarren, neben dunklen Orchesterscores, choralartige Beschwörungen neben LoFi-Geschrammel und schiefem mehrstimmigem Gesang. Fest steht, d.h. gibt es kein zweites Mal, und wer sich mit ihnen auf die Reise begibt, ohne Forderungen zu stellen, bekommt als Geschenk ihre kleine Welt zu Füßen gelegt.
Jens Mayer 9/12

alternativenation.de
Turn this Jammertal into paradise
Medusaflöße zu Pflugscharen? Hmm. Der Albumtitel des Leipziger Quartetts d.h. gibt, wie seine beiden Vörgängeralben Der Mann, der barfuß Funken schlug und Kurze Hose, Holzgewehr!, erstmal Anlass zum Stirnrunzeln. Was meinen die bloß? Wenn, wie bei der schreibenden Kunstbanausin, der Groschen so gar nicht fallen will, hilft ja glücklicherweise immer noch die Suchmaschine, die zumindest schon mal aufklärt, dass „Das Floß der Medusa“ ein berühmtes Gemälde, sowie ein monumentales Oratorium des Komponisten Hans Werner Henze ist. So weit so gut.
Aber dann doch mal zur Musik: d.h. treten in der klassischen Besetzung Gitarre, Bass, Schlagzeug an und könnten sich musikalisch irgendwo zwischen Deutschpunk und Indie-Rock, ja manchmal auch Emo-Sound einordnen lassen. Ein- und mehrstimmiger Gesang, druckvolle Gitarren und vor allem Texte, die, obwohl deutschsprachig, alles andere als leicht verständlich sind, prägen die zehn Songs auf Medusaflöße zu Pflugscharen.
„Eine Idee, ein Feuer, ein Traum, eine Überzeugung, kein Ziel, nur ein Weg, aber eben nicht luftleer und opferlammgleich“ heisst es in Versuch über Förmchen und sagt so ziemlich Alles über die Songs des Albums. d.h. haben etwas zu sagen, und zwar nicht voll auf die Fresse, sondern durch die Hintertür. „Lass doch mal versuchen zu entrinnen vor dem ewigen Rumspinnen, sonst macht der Reiter plum, und es fressen ihn die Raabs“ , so wie hier in Weltumarmen II oder auch in Nicht die Welt, sondern mich wird Kritik laut an einer unsolidarischen und konsumgelenkten Gesellschaft. Oft genug aber wollen sich einem die Botschaften der Songs ohne eingehendes Studieren selbiger eben sehr schwer bis gar nicht erschließen.
„It goes like pochen, wackeln und zerbrechen. Der Zahnarzt zog aus um das Fürchten zu vergessen. Der Wichser in der Brust schläft weiter, dabei war er doch so darauf versessen. Warten auf Anfang und nicht Andauern und Worte lauern auf Mauern...“ , so wird man nicht nur in Dauerfeuerramsch auf eine harte Probe gestellt, versucht man zu verstehen, was d.h. zu sagen haben.
Wer Spaß an außergewöhnlich durchdachten und kniffligen Texten hat, dem sei dieses Album auf jeden Fall wärmstens zu empfehlen. Musikalisch bietet Medusaflöße zu Pflugscharen weniger Anlass zur Neugier, so fehlen doch einfach die mitreissenden Melodien oder ein prägnanter eigenständiger Sound. Sabrin Karkani

roterfaden.org
Bei so einem Albumtitel scheint ja schon vorher alles klar zu sein, möchte man meinen. Dem ein oder anderen werden hier sofort hornbebrillte Germanistik-Studenten, die bei dem Versuch einen besonders kryptischen Text zu schreiben das Musik machen völlig vergessen, in den Sinn. Bei D.H. aus Leipzig ist dies zunächst anscheinend der Fall, doch „Medusaflöße zu Pflugscharen“ lediglich auf diesen Umstand zu reduzieren würde der Sache nicht gerecht werden. Überhaupt: wenn die vier Leipziger hier jemandem gerecht werden müssten, dann wohl nur sich selbst.
Zumindest hört man das der Platte an. Und das sie dies anscheinend auch geschafft haben ebenso. In den Texten ihres dritten Longplayer umschiffen D.H. das gefürchtete Prädikat „verkopft“ zwar nicht, aber in Zeiten, in denen man von Fakten und vermeintlich klaren Informationen geradezu zugedröhnt wird, kann einem das nur recht sein. Dem Hörer werden dabei ohne Rücksicht auf Verluste Zeilen wie „Stirb nicht im Warteraum der Zukunft/ Da, damals an der Hauswand/ Und wir? Was machen wir?/ Wir blieben liegen und sagten kein Wort mehr dazu“ entgegengeschleudert und dennoch wirken D.H. trotz den typischen Symptomen der Hamburger Schule-Krankheit kerngesund. BOXHAMSTERS und die alten TOMTE kommen einem da spontan in den Sinn, doch so wirklich vergleichen lässt sich das alles auch nicht miteinander. Befindlichkeitsfixiert ist das schon, logisch; aber gleichzeitig nicht zu gefühlsduselig und zwischen den Zeilen auch mal kritisch. Aber das Private ist ja sowieso schon längst politisch, ne?
Musikalisch gesehen haben sich D.H. jedoch ein gutes Stück Eigenständigkeit bewahrt. Ja, es ist irgendwo noch Punkrock, aber nicht nur. Mal gibt es sympathisches Geschrammel, mal entgegensetzte und an HOT WATER MUSIC erinnernde Gitarrenläufe, die irgendwann wieder zu einem harmonischen Ganzen zusammenlaufen, und auf einem Song sogar ein an Bedrich Smetana angelehntes Streicherarrangement. Dabei wird glücklicherweise auf einen wuchernden Breitbandsound verzichtet, so dass die Songs in ihrer verhältnismäßig trockenen Produktion einen grundehrlichen Charakter vorzuweisen haben.
Oder anders gesagt: Von zehn deutschprachigen Punkplatten, die erscheinen sind neun nichts als peinlich. Dies hier ist eine zehnte. Marcus Latton

sellfish.de
„Versuch über Förmchen“ heißt der Einstieg ins dritte D.H. Album: Ein wunderbar rockender Punksong, der sofort meine über Jahre gereifte Sympathie für die Herren zurück in Erinnerung ruft. Im weiteren Verlauf der zehn Tracks: Große Melodien, raue Produktion, herrlich melancholische, manchmal schiefe Gesänge von den Gitarristen Lars und Ecki. Welche zu zweit eine, zum famosen Titel entsprechend passende, lupenreine Zitathölle kreieren. Zu welcher sich konzeptionell passend das famose Layout im „Käpt’n Blaubeer“-Style fügt. Soweit also alles euphorisch? Fast. Irgendwie verlieren sich die Leipziger nämlich nach ihrem verschollenen Meisterwerk "Der Mann der barfuss Funken schlug" (hallo, digitale Version?) erstmals in zu viele Sperenzchen. Vor lauter Effekten, Samples und Chören (!) kommt der Song leider vereinzelt etwas zu kurz. Doch weil die Highlights eben wieder so zwingend und zahlreich sind: Mehr als ein Grossteil der anderen muttersprachlichen Punkrocker haben D.H. nach wie vor zu bieten. Michael Streitberger

Intro 
d.h. sind mehr als zwei Punkte und zwei Buchstaben, nämlich vier Freunde, die sich zum Musizieren und Philosophieren zusammengefunden haben. Die Leipziger sind inzwischen keine blutigen Anfänger mehr, sondern präsentieren mit "Medusaflöße zu Pflugscharen" ihr drittes Werk. Geliefert wird textorientierter Gitarrensound mit Liebe zum Wort, zum Spiel und zum vertrackten Zusammenhang dieser beiden Komponenten. Viele Worte machen kann schließlich jeder, nur fehlt diesen leider oft der Sinn. Nicht so bei d.h. Die Suche nach gewitzten Reimen, wie sie bei vielen anderen deutschsprachigen Bands zu beobachten ist, wird bei d.h. getrost beiseitegeschoben, um dann zum Frontalangriff in Richtung spielerisch verschrobener Inhalt zu blasen. Das macht beim Zuhören Spaß, da nichts vorherzusehen ist, nichts langweilt und vieles überrascht. Das sogenannte wahre Leben gibt die Themen vor, und es wird von dem großen Ansatz im Kleinen gesprochen. Dem einen oder anderen könnte das zeitweise definitiv zu anstrengend und zu kopflastig sein, doch damit können d.h. bestimmt gut leben. Tine Plackmann

OX Fanzine #73
Ich bin kein Freund von großen Worten, anders als zum Beispiel Phillip von D.H. Und so liegt bei deren neuem Longplayer "Medusaflöße zu Pflugscharen" das Augenmerk wieder mal ganz klar auf ausschweifenden, gehaltvollen, deutschen Texten, die das unstete Seelenleben einer Hand voll frustrierter Kids aus der Provinz, die in die Welt zogen, und somit einer ganzen Generation, speziell hier im Osten des Landes, gekonnt in Worte fassen. Musikalisch wird das Rad nicht neu erfunden, denn dass die Jungs aus Zeitz schwer von Bands wie BOXHAMSTERS und EA80 beeinflusst wurden, hört man, auch wenn nicht mehr so dominant wie auf früheren Scheiben, dann schon - auch wenn D.H. durchaus ihre eigene Nische im Schrein mit der Bezeichnung "Melodischer Punk made in Germany" gefunden haben. Allerdings könnte die Produktion etwas fetter ausfallen, hier und da fehlen etwas der Druck und das Volumen. Für Freunde des Genres soll diese Scheibe aber durchaus mehr als nur Empfehlung sein. (35:03) (8) (Frank Schöne)

kink-records.de
Wie lange es die Band d.h. schon gibt, weiss ich leider nicht. Die Band kommt jedenfalls aus Leipzig und hat in der Vergangenheit schon zwei Longplayer veröffentlicht, das Debüt-Album "Kurze Hose, Holzgewehr" erschien 2002, drei Jahre später kam dann "Mann der barfuss Funken schlug" und jetzt kommt der dritte Streich. Musikalisch lässte sich das Ganze wohl am besten als Post-Punk. Hier gibts 10x eine ruhige, poppige und sehr melodische Mischung aus Punk-Rock, Indie und Hamburger-Schule, wobei die Indie-Einflüsse mittlerweile eindeutig überwiegen. Die Band bricht öfter mal aus den typischen Songstrukturen aus, was den Hörer/die Hörerin sicherlich öfter mal mit Erstaunen zurück lässt. Textlich kommen die Songs kritisch, nachdenklich, persönlich und politisch rüber und erinnern mich öfter mal an Jens Rachut. Richtig gut gefällt mir bei dem dritten Album von d.h. die Aufmachung. Die CD kommt mit dickem Booklet, in welchem sich die kompletten Texte befinden. Zudem wurde das Booklet mit vielen Illustrationen versehen, die mir richtig gut gefallen.

Music-scan.de
Die vier Herren von d.h. legen mit "Medusaflöße zu Pflugscharen" ihr drittes musikalisches Lebenszeichen vor. Der Titel stößt bei musikalischen-d.h.-Neuentdeckern ggf. auf Stirnrunzeln, dieser Sachverhalt sollte nicht weiter stören, denn die ersten beiden Releases hörten auf die Namen "Kurze Hose, Holzgewehr!!!" bzw. "Mann der barfuss Funken schlug". Musikalisch bleibt sich das Quartett treu und spielt deutschsprachigen von den Boxhamsters beeinflussten Punk. Die Leipziger zeigen sich in der Struktur nicht immer linear, sondern schaffen Wendungen in ihrem Sound, um beim Hörer interessant zu sein. Gerade textlich zeigen sich die Herren gut aufgestellt und können mit geistreichen Ergüssen überzeugen. Dabei kommen d.h. zu jeder Sekunde authentisch und vor allem sehr sympathisch rüber. "Medusaflöße zu Pflugscharen" kommt zudem mit einem schön auf gemachten Booklet daher, welches zum Textschmökern und mitsingen einläd. Demnach steht einem antesten, wahlweise auf CD oder LP, nichts mehr im Wege. Außerdem sind die Jungs demnächst auf Tour und haben ihren neue Scheibe im Gepäck - schaut sie euch einfach mal an. Enden möchte ich mit den Worten des CD-Inlays: "Das Glück ist ein wie, kein was; ein Talent, kein Objekt." Janick

Crossover-agm.de
Der Leipziger Vierer mit der kryptischen Abkürzung, unter der auch Douglas und Hauser firmieren, legt mit seiner aktuellen, bei Flight 13 im Versandkatalog enthaltenen Scheibe seine bereits dritte Veröffentlichung vor. Poppunk, der eigentlich eher nach süddeutscher Schule klingt und den Kollegen von Stale aus Stuttgart auch hätte einfallen können. Nicht nur, dass die Arrangements passgenau in die selbe Kerbe hauen, die Stimmführung und Versmetrik sich gleichsam gleichen - auch die textliche Gestaltung zwischen Nonsens und Philosophie erinnert von Song zu Song mehr und mehr. Nun ist die Nische, die beide Bands besetzen, einerseits eher unterrepräsentiert im Musikbusiness wie andererseits herausfordernd und interessant, so dass schnell Freude beim Hören aufkommt. Nervt auch anfangs das scheppernde Becken etwas, wird schnell klar, dass genau damit soundmäßig die Brücke zum Punk im wahrsten Sinne des Wortes geschlagen wird. Wie denn auch die zeitweise zu hörende akustische Gitarrenbehandlung - flankiert vom groovenden Ensemble - den Link zum Gitarrenpopareal markiert. Dass die Jungs aus Leipzig kommen, erfährt man spätestens bei Track 7 durch den nicht ganz dialektfreien Sprechtext, wobei die gesungenen Parts glücklicherweise eher regionaluntypisch klingen. Zugegeben: Das Lauschen der zumeist komplexen Gedankenlinien in den von Anbeginn an deutschsprachigen Texten der Combo ist nicht anstrengungs- weil konzentrationsfrei. Dafür gibt es gelungene Sprachbilder, Metaphorisches und liebevoll Banales in aufwendiger Verpackung, sprich einer liebevollen Orchestrierung, die auch vor in diesem Musikbereich eher untypischen synthetischen Streichern und mönchschorähnlichen liturgieerinnernden Passagen nicht zurückschreckt. Ein gutes Stück Musik, dessen Anschaffung Entdeckungen verspricht ... und dieses Versprechen hält. Zudem gibt´s ein inhaltspralles Booklet mit treffenden Zeichnungen zu den abgedruckten Texten. Bis auf die ultrakurze Spieldauer von 35 Minuten uneingeschränkt empfehlenswert. Dr. Thomas Feist

Purerock.de
Bei d.h. handelt es sich mal wieder um eine dieser Bands, die man schon seit Jahren hauptsächlich von den Tourdatenlisten der großen Online- oder meinetwegen auch Printmagazine kennt. d.h. spielen mal hier im AZ, mal dort im JUZ – und das dann meist noch in Käffern, wie Naumburg, Hammerstadt oder Zittau. Bitte wo?
Genau das ist das Problem dieser kleinen, aber doch so guten deutschen Punkbands. Seit Jahren in der Provinz rumfahren, Konzerte spielen und ab und an mal etwas veröffentlichen. Manchmal passieren dann diese wundersamen Geschichten, die man von Muff Potter oder Turbostaat erzählen kann. Doch in den meisten Fällen tendiert der Bekanntheitsgrad weiter gen Null. Aber heißt das, dass Bands wie d.h. unbedingt schlechter sind? Im Gegenteil, denn die Leipziger machen schon seit Jahren schönen, eingängigen Punkrock mit gehaltvollen deutschen Texten. Zugegeben, manchmal schweifen sie auf Medusaflöße Zu Pflugscharen etwas übermäßig aus. So können schon mal ein paar Tage vergehen, bis sich einem die Metaphern überhaupt mal erschließen. Bisweilen fragt man sich, ob das wirklich noch die Psyche des Provinzkindes widerspiegelt, das in die große Stadt gezogen ist oder eben doch... Lassen wir das. Ansonsten gibt es hier nämlich für Freunde von melodischem, deutschem Punkrock kaum etwas zu bemängeln. Gesanglich und musikalisch erinnert man immer wieder an die großen Vorbilder von den Boxhamsters, alte Tomte oder auch mal Tagtraum - und das sind ja alles positive Attribute. In diesem Sinne, kurze Hose, Holzgewehr. Bitte was? 6/10 Punkten



REVIEWS ZU "DER MANN DER BARFUSS FUNKEN SCHLUG"

Sellfish fanzine
Drei Jahre nach ihrem Debüt ist sie endlich wieder mit neuen Aufnahmen zurück: D.H., die Leipziger Indie-Punkband, die aus irgendeinem Grund ihr Dasein nach wie vor im völligen Untergrund fristet. Mit "Der Mann der barfuss Funken schlug" muss es jetzt aber, gibt es in diesem schmutzigen Geschäft noch einen Funken Gerechtigkeit, endlich klappen: Die Platte ist so intensiv, dass es weh tut und macht trotzdem Spaß. Die elf Stücke stellen zudem eine klare Weiterentwicklung zu "Kurze Hose, Holzgewehr" dar. Größte Errungenschaft für mich: die häufiger eingesetzten mehrstimmigen Vocals, welche die Musik nochmals mitreißender machen. Denn bei D.H. singt inzwischen alles, was ein Saiteninstrument in der Hand hält – und das sind immerhin drei Personen. Vor allen Dingen aber gibt es Refrains, die einen nicht mehr los lassen. "Endlos schleifen" beispielsweise erinnert an allerbeste TAGTRAUM-Zeiten, während "Weltumarmen" oder das finale "Festhalten mit Loslassen" einfach nur druckvoll und großartig sind. Zwischenzeitlich wird auch immer wieder richtig gelärmt ("Runkelrueben"), die engen Schubladen wie Punk oder Emo somit völlig ungezwungen gesprengt. Außerdem wieder bemerkenswert: die klugen emotionalen Texte, die im richtigen Moment mit einem Augenzwinkern aufwarten und zudem in ein interessantes Konzept eingebettet sind. Meine Hoffnung: Nachdem die heimische Sprache im Punkrock wieder salonfähig geworden ist, ist die Szene ja vielleicht sogar bereit für dieses Punkrock-Märchen? Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, dass es jemanden gibt, an dem „Der Mann der barfuss Funken schlug“ spurlos vorbei geht. Also: Hallo an alle, die zwischen MUFF POTTER und dem ´Grand Hotel Van Cleef´ zu Hause sind... D.H. hier sind die vermeintlichen Newcomer, nach denen ihr sucht! Die LP kommt in großartiger Aufmachung mit 24-seitigem Booklet, welches das eigenwillige Konzept der Platte perfekt illustriert. Toll. (34:12) (9)
Micha

Orange Agenten
Als D.H. vor knapp drei Jahren mit ihrer Debütplatte „Kurze Hose Holzgewehr“ in die Stille des damaligen Sommers platzten, spalteten sie die Szene in zwei Teile: Entweder war man angewidert von ihrer studentischen und kopflastigen Version von DIY-Punk oder man küsste ihnen die Füsse für das Pfeifen auf stumpfe, aber liebgewordene Punk-Rituale. Plötzlich waren da ein paar Kids unterwegs, die lieber mit dem Kopf als mit Faust und Leber dachten, die über den Tellerrand der eigene Szene nach Gleichgesinnten suchten und sperrig und abgestanden zugleich waren. Mit ihrem Konzept erschlossen D.H. nicht unbedingt neues Territorium, sondern traten wohlwissend in die Fußstapfen bekannter Szenegrößen wie Muff Potter, Turbostaat oder Boxhamsters. D.H. unterschieden sich jedoch in einem winzigen aber entscheidenden Element: der Herkunft. Während genannte Bands den geordneten Verhältnissen sozialdemokratischer Kleinstädte entsprangen, stammen D.H. aus der ostdeutschen Provinz, in der man seit 15 Jahren mit Nach-Wende Erscheinungen wie Massenarbeitslosigkeit, Schrumpfung und Depression zu kämpfen hat. Nun will ich nicht die abgedroschene Karte vom Ost-West-Gegensatz ausspielen, aber nimmt man die Theorie, vom entscheidenden Einfluss kultureller Sozialisation auf die Formung künstlerischen Ausdrucks ernst, liegt hier der Schlüssel zum Verständnis von D.H.’s neuer Platte „Der Mann der barfuss Funken schlug“. Nach Aussage der Band ist die Platte ein Konzeptalbum, das vom Tag eines Menschen erzählt. Mit diesem kleinen Hinweis fordert die Band zu nicht weniger als genauem Hinhören auf, denn jedes Nebenbei-Hören beim Autofahren oder Abwaschen wird niemals den Kern der Geschichte erfassen, sondern nur das glitzernde Lächeln der Verpackung, in diesem Falle druckvolle Punksongs mit frischen Melodien, doppelten Gesang, melancholischen Unterton und Ausflügen in den Popbereich (Johnny Marr grüßt freundlich). So weit so angenehm. Der komplizierte Part liegt in der Schwerverdaulichkeit der Texte. Selten bietet D.H. kopflastiger Punk klare Statements oder gar Ideologien an, sondern hinterlässt meist Fragen und Verwirrung und drückt damit den Zustand aus, in dem sich die Band wohl selbst befindet: „Zweifelmonster hört nicht auf zu fressen“ singen sie und beschreiben damit die Schwierigkeiten dem äußeren Druck Stand zu halten und einen eigenen Weg zu finden. Wer seine Teenagerjahre in Nachwende-Ostdeutschland verlebte, kennt das Gefühl von Depression und Verwirrung und weiß auch, wie schnell dies zu Verzweiflung und Kraftlosigkeit führen kann. D.H. aber wollen sich mit diesem Zustand nicht abfinden und suchen immer wieder Herzbluten und Herzrasen: „Glaube macht Seele, das fetzt“ singen sie und fordern sich selbst auf den Arsch zu bewegen, auch wenn an jeder Ecke Enttäuschung und Stumpfheit lauert. „Suche stets Grossbrand und finde Verlegenheitsfeuer“ ist Audruck dieser Suche und bringt die Thematik auf den Punkt: Ja wir schwimmen in der Scheiße, haben aber immer noch ein Arm zum Rudern.... Vor mir liegt nur die CD-Vorabversion vom „Der Mann Der Barfuss Funken Schlug“. Nach Angaben der Band wird es die Platte allerdings nur als Vinyl, dafür aber mit 24-seitigem Booklet geben, was das Verständnis der Texte hoffentlich einfacher macht.
Matt

VISIONS
Dass man deutschsprachigen Punkrock durchaus noch weiterentwickeln und bereichern kann, stellen d.h. mit ihrem neuen Album eindrucksvoll unter Beweis. Drei Jahre nach ihrem Debüt "Kurz Hose, Holzgewehr!!!" melden sich die Jungs aus Leipzig nun mit einem Nachfolger zurück, welcher sie in deutschsprachig punkrockenden Gefilden in die erste Liga katapultieren sollte: Großartige, jedoch nicht zu befindlichkeitsfixierte Texte mit Tiefgang treffen auf ein Sammelsurium aus solidem Punkrock mit perfekt integrierten Akustik-Passagen, Streichern, Bläsern und Pianos. Vom ersten Moment an nehmen den Hörer Songs wie "Boxengassenhauer", "Endlos schleifen", "XYFDGB", "Bonusmeile", "Spielverderber Schüttelfrost" oder "Blockhäuserblocks" mit auf eine Reise aus Alltagsbeobachtungen und Einzelschicksalen. Ausfälle sind dabei nicht zu verzeichnen. Das abschließende Stück "Festhalten mit loslassen" fasst mit "der Moment der zerstörte / das Fundament das verkohlte / mein Brandfleck im Blick zurück / Zurückmüssen stinkt zum Himmel" die Philosophie der Platte und der Band geradezu programmatisch in Worte. Zurück muss nach diesem großen Schritt nach vorne glücklicherweise niemand mehr. Menschen, die Turbostaat, die Boxhamsters oder Oma Hans mögen und d.h. dabei bisher übersehen haben, sollten dieser Platte auf jeden Fall eine Chance geben. Der Rest lacht zumindest über den grenzgenialen Titel. Stephan Thanscheidt 8 Punkte

realmusic.de
Die Gruppe D.H. kommt aus dem Ossilande, und zwar von da, wo es fast schon am trostlosesten ist. Vor Jahr und Tag erzählte mir mal Sänger (Anmerkung der Band: äää Bassist) Philipp, dass die Hälfte aller Einwohner von Zeitz, einer Stadt irgendwo zwischen Leipzig und Gera, schon weggezogen sei, weil es da kaum noch was gäbe, was ihnen das Bleiben schmackhaft machen könnte. Vor allem junge Leute sind es, die da als erstes die Fliege machen. Nun hat es auch einen Teil dieser Band getroffen, denn man hat sich mittlerweile nach Leipzig abgesetzt. Mit ihrem Debüt wurden sie eigentlich ununterbrochen in die BOXHAMSTERS-Schublade gesteckt, und selbige sind wohl auch die heimlichen Helden der Vier. Aber recht war ihnen das nie, denn sie legten doch stets wert darauf, dass ihr Sound einzig D.H. ist, nicht der zweite Aufguss aus Gießen. Scheibe Nummer zwei mit dem wirklich unglaublichen Namen "Der Mann der barfuß Funken schlug" gibt ihnen da auch recht. Melodischer Punkrock isses geblieben, aber irgendwie ist die Grundlinie ein wenig melancholischer, nie aber depressiv oder so düster wie bei EA 80 zum Beispiel. Die Texte sind nach wie vor deutsch und bedeutungsschwer. Sie handeln von allerlei persönlichen Begebenheiten, Gedanken und Problemchen, die den Jungs in den letzten Jahren über den Weg liefen, wie zum Beispiel anfangs erwähnte Thematik, welche in "Blockhäuserblocks" wirklich brilliant auf den Punkt gebracht wird. Hier und da tauchen akustische Gitarrenparts auf, aber eigentlich ist die Scheibe durchweg rockig, tiefgründig und mitreißend. Wer sich in den bereits angedeuteten Gefilden zwischen SCHROTTGRENZE, BOXIS, EA 80 oder MUFF POTTER musikalisch geborgen fühlt, wird an D.H. kaum vorbei kommen, und galt das schon bei ihrem Debüt, so erst recht bei diesem, ihren Zweitling. (08/10) Frank Schöne

Musix.de
Eigentlich müsste diese Band aus den USA kommen, würde man nur auf die Musik achten. Schöne, melodische Post-Punk-Gitarren à la Samiam oder Wipers treffen auf scheppernden Post-Core-Sound im Sinne von Fugazi oder Hot Water Music. Doch natürlich sollte man bei einer Band wie d.h. die wütenden, aber humorvollen Texte nicht vergessen. Und bei Songtiteln wie
Runkelrüben, Festhalten mit Loslassen, Endlos Schleifen oder Blockhäuserblocks bekommt man schnell den Eindruck, dass die vier Jungs nicht nur ein besonders feines Gespür für das geschriebene Wort haben, sondern, dass sie doch nicht aus den Staaten kommen. Nee, d.h. kommen aus Deutschland und genauer aus Leipzig. Also, Der Mann der barfuss Funken schlug kaufen und sich freuen. MD

allschools musikmagazin
d.h. bringen mit „Der Mann der Barfuss funken schlug“ nun den zweiten Teil ihrer Märchengeschichte. Die Leipziger Band spielt wie schon auf dem vorigen Album „kurze Hose, Holzgewehr“ Indie mit viel Punkrock. Die Texte auf der CD sind sehr verquert und bei manchen Texten muss man erstmal eine Weile über den Sinn nachdenken. Manchmal hält man es aber auch nur für eine Aneinanderreihung von Worten. Größtenteils ist es wohl die Lebensgeschichte des Mannes der Barfuss Funken schlug. Aber dies macht das ganze vielleicht aus und um das ganze besser zu verstehen kommt die LP mit einem 24-seitigen Booklett mit Illustrationen, leider liegt es mir nicht vor, und deshalb kann ich leider nicht viel sagen. 11 Songs gibt es auf dem Album die alles zwischen Indie-Emo und Punk abgrasen. Bei den Songs sind es vor allem die Melodien, die im Ohr hängen bleiben. Und auch den gelegentlich rauskommenden Leipziger Dialekt nimmt man nicht schlimm. Das ganze soll ein Konzeptalbum darstellen und ein neuartiges Märchen sein. Deshalb wird auch gleich die Bandgeschichte als Märchen erzählt. Allerdings gibt es nur die LP für eine CD muss man schon auf ein Konzert der Band gehen. d.h. haben sich viel einfallen lassen und man merkt das da richtig Arbeit und Herzblut drinn steckt. Nichts für den der einfach nur leicht verdaulichen Fröhlich Punk hören will aber für jemanden der schon mal EA 80 oder Boxhamsters hört. Manu

sunnyside fanzine
Hier hört man schon noch die Vorbilder (EA80/Boxhamsters) raus, aber die Band findet mehr und mehr zu ihrem eigenen Sound. Mit zunehmender Sammlung von Erfahrungen, wachsen Songs und Lyrics von d.h. über sich hinaus. Kaum eine andere Band formuliert die Gedanken der (ost)deutschen Jugend so realistisch, denn Themen sind u.a. die allgemeine Depression und der Abzug der besten Freunde. Allemal besser als Kettcar und dergleichen hochgehypter Weichspülquark. fil under: melodischer, deutschsprachiger Punkrock. Frank Nice

crazyunited.de
Puh, das nenn ich mal `nen schweren Brocken. Ich glaube solch eine Scheibe haben Tomte vor 7 Jahren zuletzt mit "Du weißt was ich meine" auf die Leute losgelassen. Aber die haben sich ja noch gemausert, von daher besteht noch Hoffnung. Also der Gesang ist grausig: schiefer geht fast nicht mehr. Die Mucke: so Richtung Boxhamsters, frühe Muff Potter usw.. Die Texte: ziemlich Hippie. Hab hier nur so eine Promo CD. Das Teil erscheint als Vinyl mit 24 seitigem Beiheft mit "wundervollen Illustrationen". CD gibt`s nur auf Konzerten, dafür mit Video. Ich tu mir live ja schon so manchen Scheiß an, aber da muss ich leider passen. 4 von 10 Punkten. – Andre

Haildown fanzine
Konzeptalben stoßen oft bitter auf, werden kitschig, öde und wirken, als ob der jeweilige Künstler einfach nicht mehr wußte, wie er seinen Müll sonst noch zu Geld machen kann. Ganz anders aber, wenn ein Album plötzlich zu einem hörbaren Märchenbuch wird, wenn Song Geschichten fühlbar machen. Nicht das rezitieren bekannte Märchengeschichten oder der Versuch, krampfhaft alles wie ein gewohntes Märchen klingen zu lassen, sondern das überlassen der Geschichten eigener Emotionen. Gefühlte, selbsterlebbare Geschichten sind es also, die d.h. mit „der Mann der barfuß Funken schlug“ erzählen, und die das Album von starren Konzepten abhebt. Elfmal wird man dabei in insgesamt 34 Minuten mit neuen Geschichten konfrontiert und stets begeistert, was auch teilweise daran liegen mag, daß d.h. selbst vor Akustikstücken, Streichern oder Bläsern nicht zurückschrecken und die Songs zusätzlich mit dreierlei Stimmen besingen/beschreien. Für Freunde deutschsprachigen Punkrocks á la Boxhamster sind die vier Leipziger ein definitiv empfehlenswerter Griff, für alle anderen eine echter Tipp. (FH)

Slam Zine
Es gibt doch immer wieder Bands, die überraschen. Zwar nicht durch die Tatsache, etwas Neues zu bringen, sondern eher durch das Faktum, die richtigen Vorbilder zu haben und denen nicht aufs Unterhemd gleich zu klingen. Im Falle von D.H. ist ganz klar eine Affinität zur Punkrock-Schule aus Hamburg zu hören , wobei auch die Mönchengladbach-Fraktion Einzug in ihr musikalisches Schaffen findet. Ihr kennt die Bands aus Hamburg, genau, wer nicht? Ihr kennt die 25-jährige Punk-Institution aus Mönchengladbach (muss brennen! EX XX) und ihr kennt auch diese eine Punkrockband auf L´age D´Or, die da nicht ganz dazupassen will. Laufrad und Kanbberstange. Egal. D.H. basteln ihren eigenen Sound, knallen wehmütigen Punkrock aus den Rillen und suchen mit kleingedruckten Floskeln nach "Großbränden" und finden nur "Verlegenheitsfeuer". "Der Mann der barfuss Funken schlug" ist ein Konzeptalbum und erzählt die Geschichte eines Mannes, der barfuss ging und Funken schlug. Ähm, genau, nur will das aber nicht ganz gelingen, aber das nimmt der Athmosphäre, die hier doch tatsächlich transportiert wird, keinen zentimeter an Überzeugungskraft. Matatu Records und Rilleralle sind ja mittlerweile schon eine Marke für diese Art von deutschsprachigem Punkrock, und Flight13 hat im Grunde auch noch keinen Fehlgriff gelandet. Wir vom Slam-Zine freuen uns, wenn ihr Euch freut, hier wieder einmal ein gutes Stück Punkrock durch uns entdeckt zu haben. Ja, ja welch Wohltat. Johnny Amok (7/10)

Southspace.com
Ich wundere mich ja immer noch, warum es nicht schon vor paar Jahren mehr Bands (mit Ausnahmen) wie „d.h.“ gab, die sich etwas von diesem Gröhl- Deutschland muss sterben- mach alles kaputt was mit Staat zu tun hat, oder alternativ - Spaß- Deutschpunk entfernen und einfach Geschichten aus dem Leben erzählen. Funktionierte ja schon ewig auf Englisch, warum also nicht auch auf Deutsch? Gott sei Dank hat sich das in letzter Zeit etwas geändert. „D.h.“ aus Leipzig erzählen solche Geschichten und führen auf ihrer zweiten LP „der Mann der barfuss Funken schlug“ durch den Alltag. Sicherlich inhaltlich nicht leicht zu verstehen, aber mit etwas Zeit erschließen sich einem die Texte dann doch. Leider habe ich hier nur die Vorab CD, denn die Platte soll mit 24-seitigem, illustrierten Beiheft erscheinen und das Konzept der 11 Tracks fortführen und abrunden. Wer dann doch noch einen Vergleich will – Samiam und Gunmoll treffen auf Turbostaat und Katzenstreik. So muss deutscher Punkrock heutzutage klingen. Gefällt mir sehr gut. Daniel

Punkforfun.it
Quello dei D.H. è un lavoro che a primo impatto può sembrare strano e poco razionele, con melodie che passano da sonorità andanti e “spensierate” a sounds più malinconici e tristi, accento dettato in maniera influente dalla melodia vocale la quale rimane, almeno la principale, in tonalità basse, supportata quando necessario da un sofferente coro pseudo screamo. Abituato l’orecchio a questa loro caratteristica riusciamo ad apprezzare quello che è il promo 2005 uscito sotto Matatu rec.. Buono il lavoro fatto in fase di registrazione grazie il quale siamo in grado di riconoscere tutti gli strumenti in maniera piuttosto distinta, senza che rimangano però slegati tra loro. Simpatici gli arpeggi di chiatarre. Nel complesso forse il tutto defice di cattiveria e forza nei suoni, andava forse fatto meglio il lavoro di mixaggio, in quanto i suoni sembrano ancora un po’ troppo crudi. Personalmente ritengo che sia un buon lavoro; il genere a mio avviso un piatto compromesso tra una sorta di punkhardcore e derivati Fritz

Teleschau – der mediendienst
Man kann es eigentlich gar nicht oft genug sagen: Es gibt in Deutschland eine ganze Menge Bands, die richtig guten, deutschsprachigen Punkrock machen. Zu nennen sind da Beispielsweise Turbostaat, Muff Potter, Trend oder Oma Hans. Und auch wenn der etwas sperrige Plattentitel, "Der Mann der barfuss Funken schlug", das nicht unbedingt vermuten lässt: d.h. schlagen in eine ganz ähnliche Kerbe. Sprich, die Leipziger machen Punk, der den Fuß auch mal ein bisschen vom Gaspedal lässt, der abgehangen ist, der den Blick auch mal Richtung Pop und Indie schwenken lässt. Lars, David, Phillip und King Kegel machen es dabei dem Hörer aber nicht unbedingt leicht. Denn "Der Mann der barfuss Funken schlug" ist ein Konzept, erklärt eine Lebensgeschichte. Was da nun genau passierte und jetzt dem geneigten Hörer vermittelt werden soll, geht zumindest aus der vorliegenden CD-Version nicht so wirklich hervor. Zum Glück gibt´´s das Ding auch als Vinyl mit 24-seitigem Beibuch, das dürfte da weiterhelfen. Aber egal, denn Fakt ist: d.h. haben durchaus ein Händchen für die richtige Melodie, für die richtige Stimmung. Und ab und an fällt auch die ein oder andere skandierfähige Phrase ab. "Der Luxus für Idioten nennt sich unglücklich sein", zum Beispiel. Bei den meisten Bands würde das eher platt klingen - denen hier nehmen wir das ab. Feine Sache.

transmission fanzine
Nach kurzem Akustikgitarren–Intro geht es in die vollen. Mit ihrer ersten Platte „Kurze Hose - Holzgewehr“ haben sich D.H. ja schon einen Logenplatz irgendwo zwischen den BOXHAMSTERS und MUFF POTTER gesichert (ohne ihnen nun die Eigenständigkeit absprechen zu wollen). Hier und jetzt also das zweite Album, auf das man ja auch lang genug warten musste. Grundsätzlich haben D.H. ihren Stil beibehalten, allerdings haben sie im Detail viel an Nuancen hinzugewonnen. Feine Sache, deutschsprachiger Punkrock ohne Rumgeprolle oder Mackerattitüden. Volle Kanne Emo, klar, aber das will ich hier nur im besten Sinne verstanden wissen. Die LP kommt übrigens mit fettem Beiheft, wo zu jedem Song ein eigens dafür gezeichnetes/gemaltes Bild enthalten ist (hab ich mir zumindest so sagen lassen, mir liegt nur eine gebrannte Promo-CD mit kopiertem Cover vor). In jedem Fall empfehlenswert für Freunde dieses Genres. Daniel Grunewald

InYourface.de
"Der Mann, der barfuss Funken schlug". Um genau den geht es auf dem mittlerweile zweiten Album von D.H.. Laut Info handelt es sich um ein Konzeptalbum. Wer jetzt aber gleich die Ohren auf Durchzug stellt, verpasst was. So schlimm, wie es sich anhört ist die Sache dann doch nicht. Ganz im Gegenteil. Die vier Leipziger rocken sich in 34 Minuten mal scheller, mal eher gemäßigt, aber immer mit dem nötigen Druck durch die insgesamt elf abwechslungsreichen Songs des Albums. Mit ihrem Gespür für im Ohr hängenbleibende Melodien und dem nachdenklich-melancholischen Unterton, der das ganze Album durchzieht, werden hier einige echte Hits rausgehauen. Die ganze Vielschichtigkeit der Platte erschließt sich aber erst nach mehrmaligem Hören. Hier und da taucht mal eine Akustikgitarre auf, im letzten Lied wird selbst vor Streichern nicht zurückgeschreckt. Die leider nicht vorliegenden Texte werden gesungen, gebrüllt und gesprochen, was immer passend und nie aufgesetzt wirkt. Man merkt, dass die Jungs das was sie machen ernst nehmen und mit Leidenschaft dabei sind. Wer mit deuschsprachigem Punkrock der EA 80/BOXHAMSTERS-Schule etwas anfangen kann, wird von D.H. nicht enttäuscht werden.
Micha

Green Hell Katalog
Das Debüt der Leipziger ("Kurze Hose, Holzgewehr") liegt inzwischen leider auch schon fast 3 Jahre zurück, aber um so mehr darf man sich jetzt endlich über den Nachfolger freuen. Darauf präsentieren sich D.H. zwar deutlich gereifter, aber das heißt zum Glück nicht, daß das jugendlich ungestüme, die Wut und das Aufbegehren des Vorgängers auf der Strecke bleiben. Stattdessen wirken die Songs ausgefeilter, überraschen auch mal mit unerwarteten Wendungen und Einfällen, transportieren aber trotzdem problemlos die gleiche Energie und Spielfreude wie früher. Grob läßt sich natürlich auch "Der Mann der barfuss Funken schlug" im größeren Einzugsbereich Boxhamsters / Muff Potter / Turbostaat verorten, aber speziell die treibenden Gitarren und tolle Songs wie "Boxengassenhauer", "Weltumarmen" und "Angsthasenspiel" bewegen sich außerhalb aller Kategorisierungen. Was auch für die interssanten Texte gilt, die es in einem sehr geschmackvoll mit richtigen Kunst (Comic-) Drucken ausgestatteten 24 Seiten Booklet nach zu lesen gibt.

Gästeliste.de
Wenn deutsche Texte auf Punkrock treffen, muss das Ergebnis nicht gleich Deutschpunk sein. Das war schon immer so und das ist noch immer so. Was früher EA 80 und But Alive waren, sind heute - nein, nicht Kettcar! - Bands wie d.h.. Selten bescheuerter Name für eine Band. Sicher. Aber wenn die im Internet unter www.holzhose.de zu finden ist, ein Konzeptalbum über einen Mann macht, der barfuß Funken schlagen kann, und dieses ausschließlich als Vinyl Version in die Läden kommt (nur auf Konzerten bekommt man die CDs), dann ist klar, dass d.h. ein wenig anders ticken. Und das ist gut. Denn d.h. haben eine wirklich tolle Scheibe mit verrückten, intelligenten und interessanten Texten und wirklich schöner Musik gemacht, die nie nach einer anderen Band klingt, man sich aber trotzdem mal an Tomte, mal an Oma Hans und mal die Boxhamsters erinnert fühlt. Zwar macht sie auch ihr zweites Album nicht zu den neuen Helden deutscher Rockmusik, aber weit sind sie davon nicht mehr entfernt. Mathias Frank

Regensburger Wochenblatt
Hinter dem schmucklosen Namen d.h. verbirgt sich eine 4-köpfige Leipziger Punk-Band, die begriffen hat, um was es bei Punk geht: schnelle, laute Songs mit direkten und nicht überzogenen bedeutungsschwangeren Texten. Das hört sich schwungvoll und angenehm an, zumal d.h. in ihren griffig-kurzen Songs starke Melodien unterbringen. Der größte Coup ist freilich der Album-titel selbst: Der Mann der barfuss Funken schlug (ra)

Alternativenation.de
Was will man denn auch von einer Band erwarten, die ihre Homepage unter der Adresse Holzhose.de bereitstellt? Und wenn dann noch das aktuelle Album Der Mann, der barfuß Funken schlug heißt, wird klar, dass hier nichts leicht Verdauliches auf einen wartet. d.h., so der Name der Band, kommen aus Leipzig und bringen mit diesem Album ihre zweite Platte nach Kurze Hose, Holzgewehr! heraus. 11 Stücke, die zwischen dogmatischem Deutschpunk und extrem schwer verständlichen Texten eine Nische besetzen, die garantiert nicht von einer Radioquote profitieren würde. Deutschpunk in diesem Fall also wieder mehr in Richtung Boxhamsters, oder von mir aus sogar ältere Muff Potter gehend. Viel mehr kann man nun zu Der Mann, der barfuß Funken schlug schon wie bei früheren Rille Ralle Kosmos Veröffentlichungen nicht sagen, denn wie will man Texte wie "Ich durfte nie mit gegen Windmühlen vollkommen klar Quittung postwendend wie immer in bar Zeit anhalten..." groß bewerten? Wahrscheinlich steckt da schon viel Sinn hinter, aber ohne eingehendes Studium erschließt sich dieser meist nicht. Nur selten, wie bei Weltumarmen kann man mal eindeutige Statements vernehmen. Letztendlich geben d.h. in Festhalten mit Loslassen selbst die Anleitung für jeden, der wie der Autor, etwas ratlos vor dieser Platte steht: "Wahrscheinlich gibt es für jedes Lied die richtige Lautstärke". Wer mit Oma Hans unterfordert ist, kann sich hier ja mal auf die Suche bgegeben. Im Übrigen nur auf Vinyl, eine CD oder sogar Videoversion dieses Konzeptalbums gibt es nur auf Tour bei den vier Jungs persönlich. Sascha Daniel

Review vom Freund des Hauses - Sven Linke
(...)Wenn ich mich um eine möglichst objektive Beurteilung des Schaffens der Band „d.h.“ bemühe, so kann nicht geleugnet werden, dass ihr in den vergangenen zweieinhalb Jahren (der Zeitpunkt der d.h. und Swen zusammenführte liegt 2,5 Jahre zurück) eine enorme Entwicklung vollzogen habt. Das kommt in mehreren Bereichen zum tragen und umschließt keinesfalls nur eure musikalische Dimension.
Folgende Bereiche eures Wirkens konstatieren sich demnach als betrachtenswert, entsprechen einer freien Auswahl meiner Person und sollen hiermit näher analysiert werden:

Die musikalisch- inhaltliche Dimension
Eine Komponente, die man als Kritiker zu den grundlegendsten und von Anbeginn an erstrebten Anliegen der Band „d.h.“ zählen muss, sind anspruchsvolle, inhaltlich relevante und aussagekräftige Liedtexte, die stets den Bezug zum aktuellen Geschehen und dem realen Leben herstellen. Daran hat sich auch im neuen Album nichts geändert. Bei genauerer Betrachtung, oder besser gesagt: bei genauerem Zuhören, lässt sich sogar eine stetig steigende Tendenz erkennen. Aus anfangs einfach naiv vorgetragenen Inhalten (oder gesellschaftlichen Forderungen und Kritiken) ist mittlerweile eine deutlich erkennbare, psychologisch und philosophisch anspruchsvolle Argumentation geworden, die Elemente unserer Kultur bewusst aufgreift und mit Sinnzusammenhängen eurer Texte verknüpft.

Beispiele:
- „Nur kein Beben, mehr ein Zittern“ als Kritik an der Passivität der Menschen (verursacht durch Angst vor gesellschaftlichem Versagen)
- „das Blockhaus in Kanada“ einerseits als Symbol für gesellschaftlich positiv bewerteten und anstrebenswerten Erfolg, dem unter anderem ökologische und räumliche Grenzen gesetzt sind und zugleich andererseits als Symbol für einen Traum einer Generation von Menschen, der nie in Erfüllung gehen wird (sozialer Abstieg vieler Menschen (im Osten) Deutschlands aufgrund verfehlter Beschäftigungs- und Sozialpolitik)

Die personelle (innere) Dimension
Ihr habt euch, als Menschen und Teilnehmer unserer Sozialisation gesehen, zu selbstbewussteren Persönlichkeiten entwickelt, die differenziert und verantwortungsbewusst den jeweiligen Aufgaben innerhalb des Projektes nachkommen (immer mit der Prämisse, dass ihr alle diesbezüglichen Aktivitäten freiwillig und eigenverantwortlich in eurer Freizeit organisiert und im Grunde genommen jeder für sich noch ein anderes „Hauptleben“ führt.)
(...)

Die gesellschaftspolitische Dimension
Ihr bezieht einen eindeutigen gesellschaftlichen Standpunkt und macht mit euren Liedern auf bedeutsame sozialpolitische, gesellschaftliche und allgemeinpolitische Konflikte und Auseinandersetzungen vor allem eurer Alterklasse und eurer Generation, aber auch älterer Generationen aufmerksam und regt aktiv (ein gewisses Verständnis und persönliche Einfühlsamkeit vorausgesetzt) zum Nachdenken und individuellen Reflektieren an. Besonders erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang euer Engagement für Probleme von Jugendlichen und reifenden Erwachsenen in Hinsicht auf die regionalen Besonderheiten und Gegebenheiten eures Wirkungsfeldes. Die Enkulturation als Erwerb kultureller Basisfähigkeiten des Menschen ist auch ein Anliegen eures Projektes, dass ihr durch Heranführen junger Menschen mit Hilfe des Elementes der zeitgenössischen (peergroup- spezifischen) Musik umsetzt.

Beispiele:
- Teilnahme einer nachweisbar beträchtlichen Menge von Jugendlichen der Stadt Zeitz und Umgebung, sowie des Einzugsgebietes Leipzig, an finanziell erschwinglichen Kulturveranstaltungen anstatt Vereinzelung und sozialer Isolierung dieser Jugendlichen in einer so partizipialen Gesellschaftsstruktur

Die musikalisch- technische Dimension
Die technische Realisierung und Umsetzung der konzipierten Musik hat sich im betrachteten Zeitraum erheblich verbessert! Die akustische Qualität des neuen Albums und das Spektrum der eingesetzten Effekte und musikalischen Darbietung hat sich erheblich verbreitert und ist damit Ausdruck einer zunehmenden Professionalität eures unterhalterischen Schaffens. Ein erhöhter Anspruch bezüglich der technischen Dimension ist außerdem in der nicht neuartigen, aber gewiss aufwendigeren, Gestaltung des Albumlayouts zu verzeichnen.

Beispiele:
- die hervorragende akustische Qualität und das nahezu perfekte Zusammenspiel aller Elemente eurer Musik im neuen Album „Der Mann der barfuss Funken schlug“ (das Mischen und Abstimmen habt ihr selbst durchgeführt, soviel ich weiß)
- die eingesetzte Geige im Titel 11, sowie verschiedene Elemente des Pianos (Keyboards) als Kennzeichen der Offenheit eures Konzeptes gegenüber konventionellen Musikelementen und als Kennzeichen der Kooperation und Flexibilität beim Einsatz externer Ressourcen)
- die erstklassige graphische und ästhetische Umsetzung des Coverdesigns (zumindest der mir bekannten Entwürfe mit differenzierten Motiven zu verschiedenen Inhalten (Musikthemen bzw. Titeln)

Die professionelle Dimension
Viele der bereits aufgeführten und beschriebenen (positiven) Nuancen des neuen Albums sind Resultat einer zunehmenden Professionalisierung eures Handelns, zum einen einer über siebenjährigen und fortwährenden Entwicklung geschuldet (in der ihr einen gewissen Vorrat an Erfahrungen anhäufen konntet), zum anderen der Kontinuität eurer Arbeit und Geduld zu verdanken, die ihr seit der Gründung des Projektes „d.h.“ an den Tag legt. Und nicht zuletzt sind die erheblichen Bemühungen um die ständige Verbesserung aller eurer Aktivitäten in jeglicher Hinsicht auch ein Kennzeichen professionellen Handelns, dass ihr aktiv praktiziert.

Beispiele:
- siehe oben (Beispiele vorheriger Dimensionen)

Kritik:

Trotz all der Verbesserungen, die in dieser Rezension zu eurem neuen Album aufgezählt sind, ist eine Kritik keine Kritik ohne etwaige problematische Anmerkungen und wäre keine Hilfe für euer zukünftiges Handeln. Leider fallen mir dazu nur wenige Anmerkungen ein und die meisten davon lohnen sich nicht auszusprechen bzw. aufzuschreiben, da sie nur am Rande von Bedeutung sind und euch vielleicht eher behindern würden als förderlich zu sein. Hier also nur eine Sache, die ich schon mehrere Male beobachten konnte und die von Bedeutung ist:

Jeder Auftritt, jede Präsens in der Öffentlichkeit kennzeichnet das Bild von Euch in den Köpfen der Zuhörer. Neben der erstklassigen Musik, die ihr macht, ist der Inhalt eurer Texte ein entscheidendes Element, mit dem ihr euer Anliegen „veröffentlicht“. Sorgt bei allen Auftritten dafür, dass das Publikum die Texte auch hören und zumindest teilweise verstehen kann. Oftmals war es so, dass der Gesang im Live-Akt untergeht. (Das ist vor allem wichtig, wenn ihr vor Publikum spielt, die euer Album noch nicht kennen) Ich nehme an, dass es meist der technischen Ausrüstung geschuldet ist, dass der Gesang nicht voll zur Geltung kommt (Mikrofone), bzw. mit den Einstellungen des Mischpultes zusammenhängt. Achtet darauf! Damit im Zusammenhang steht auch eure Performanz während des (Live-) Auftrittes. Vielleicht könnt ihr euch während eurer Bandproben einige Elemente erarbeiten, die das Bild von euch auf der Bühne etwas auflockern. Zu den meist schnellen und dynamischen Songs passt nun mal nicht eine überwiegend (ruhig) stehende Crew auf der Bühne. Andere Bands, die weitaus weniger „sinnvolle“ und ansprechende Musik machen, beeinflussen ihr Publikum aber durch ihre Bühnenshow und reißen dadurch die Menschen vor der Bühne mit. Musik hat auch immer emotionalen Charakter und wird (in erster Linie bei Live-Darbietungen) mit allen Sinnen (Auge - Sehsinn, Ohr - Hörsinn, Körper - Tastsinn, Nase - Geruchsinn, Mund - Geschmacksinn) wahrgenommen. Zumindest all die Sinne, auf die ihr aktiv Einfluss nehmen könnt (im Rahmen der örtlichen Gegebenheiten), solltet ihr bewusst ansprechen (Auge, Ohr, Körper). Seit dynamisch- selbstbewusst, strahlt die Freude aus, die ihr habt, wenn ihr gemeinsam musiziert, reißt das Publikum mit!!!

Beispiele:
- Auftritte am 06.08.2005, 07.08.2005, 14.08.2005 in Zeitz, Hohenmölsen, Großröhrsdorf
- Auftritt am 28.01.2005 Leipzig - Gießerstrasse G16 (ich dachte Lars wäre krank (Halsschmerzen), er war kaum zu hören)



REVIEWS ZU "KURZE HOSE, HOLZGEWEHR!!!"

OX Fanzine
Die mir bisher unbekannten d.h. sind nach den KAFKAS die zweite große Überraschung der letzten Monate aus Deutschland, die ich - gegen den ausdrücklichen Willen der Band - jetzt mal in die emo-Schublade stecke. Klar ist das unfair und diese Beschreibung trifft "kurze Hose, Holzgewehr!!!" auch nur ungefähr aber vielleicht wird auf diese Weise der eine oder andere auf dieses Goldstück aufmerksam. Mit Deutsch-Punk assoziiere ich zu viele negative Dinge und der Vergleich zu den BOXHAMSTERS und MUFF POTTER ist - wenn hier auch angebracht - inzwischen ausgelutscht. Die Musik von d.h. steht für sich und ein Stück wie "Schiffe versenken" oder "hier & jetzt" braucht kein Etikett um sich direkt in mein herz zu fressen. Umgekehrt steckt hinter jedem der zehn songs eine Menge Herzblut, was sich neben den sehr persönlichen Texten vor allem auch in der unpeinlichen melancholischen Stimmung des Albums bemerkbar macht. Für "Konsumbrot", ganz am Ende der Scheibe, fehlen mir dann die Worte: das Ding geht ganz tief und bestimmt nicht nur wegen den hervorragenden Streicher- und Bläsersätzen. volle Punktzahl, Lieblingsalbum. (40:07) www.holzhose.de

www.brokenviolins.de
Erst mal nur auf Vinyl erscheint das Debütalbum dieser deutschen Punkformation, die stilistisch irgendwo in der Nähe von Dackelblut ihr störrisch-depressives Unwesen treibt. Zwar sind die Songs allesamt recht flott gehalten, die (absichtlich) monotone Grundstruktur und der etwas nölige Gesang lassen jedoch nur selten Pogostimmung aufkommen. Punkrock für den Kopf quasi, mit Textzeilen wie „der Versuch, nichts zu erwarten, ist der Versuch meines Lebens.“ Total philosophisch und irgendwie auch voll gut und so...NICHT! Mir fehlt hier einfach der Kickass, die Attitüde, die überzeugenden Inhalte. Wenn ich desillusionierte Punkmucke hören will, greife ich immer noch zu ...But Alive, sicherlich jedoch nicht zu d.h. Freunde der erwähnten Dackelblut oder Pankzerkroiza Polpotkin sollten sich das ganze mal anhören, aber meine Baustelle ist das nicht. Ficken Oi, (Paul Buderath)

allscholls.net
Eine Band bei der ich anfangs nicht so recht wusste was ich davon halten soll... nachdem ich die CD nun aber ein paar Wochen lang hier rumliegen hatte und es nicht lassen konnte immer mal wieder rein zuhören, muss ich sagen, sie hat was. Deutscher Punkrock mit Deutschen Texten und recht angenehmen Melodien. Musik zum Seele baumeln lassen und abschalten, aber auch mit dem richtigen Maß an Kritik teils vielleicht ein wenig zu pathetisch aber was soll’s, verstecken müssen sie sich bestimmt nicht. Erinnern tut mich das ganze an But Alive die mit den Kafkas einen saufen waren und die ganze Zeit Dackelblut und Boxhamsters gehört haben. Ich denke das sagt alles was es sagen muss... und dafür das ich mir dachte
"sieht ja nicht so aus, also ob ich viel damit anfangen könnte...".
Diese CD ist eine Art Werbeanfertigung da diese Songs nur auf Vinyl bei Matatu Records veröffentlicht und über Flight 13 vertrieben werden. Zugreifen und reinhören auf jeden Fall... Knüpft an die Gute alte deutsche Schule an.

Music-Scan.de
Mein erster Gedanke war, hmm d.h. ist ein ungewöhnlicher bzw. seltsamer Bandname, aber dann habe ich den Titel der Scheibe gelesen und der ist noch ungewöhnlicher: "Kurze Hose, Holzgewehr!!!". Die Musik von d.h. ist dagegen nicht so ungewöhnlich, ich möchte sie als melodischen Punk Rock
bezeichnen, versehen mit einer Brise Emo. Garniert wird das Ganze mit deutschen Texten, die es in sich haben. Die Jungs gehen dabei intelligent zu Werke und überzeugen mit Wortspielereien, teilweise sogar mit philosophischen Ansätzen. Wie z.B. "ohne Suche lässt sich manches leichter finden." Dagegen stehen Aussagen wie, "wonach soll man greifen, wenn man keine Arme hat?" Am Anfang wusste ich nicht was ich von dem Album halten sollte, doch mit jedem Durchlauf wurde mir klar, daß ich auf so eine Platte schon lange gewartet habe - ohne es allerdings zu wissen. Aber es wurde in der Bandinfo schon angekündigt, d.h. besitzen ihren eigenen Mikrokosmos, dem kann ich nur beipflichten.
Ich gebe zu, dass diese Art von Humor und Wortwitz nicht jedermanns Geschmack ist, aber mir gefällt es. Bei die "zarteste Vergiftung" fühle ich mich an A.O.K. und "Rindsragout 2,80 Spätzle drei Mark" erinnert, denn hier heißt es " die Großen wiegen vier Kilo, die kleinen 18." Wer die Platte erspäht sollte auf jeden Fall mal reinhören! Zum Schluss nach ein dickes Lob für dieses geniale Infoblatt! So und jetzt "Ende Gelände, Baby".
Schreiber: Janick/ 8,5 von 10 Punkten

Coreground.de
Wenn Ben Becker das Intro für das Debütalbum einer deutschen Band spricht, kann man dann Gutes erwarten? Persönliche Voreingenommenheit beiseite, denn man kann! D.h. kommen aus dem Osten der Republik, spielen emotionalen Punkrock und sind mit solch einer Kategorisierung sogar einverstanden. Denn: "Schublade klappt zu... na und? Wichtig ist der Schrank." So schreiben sie es nonchalant in ihr Presseinfo und so begegnen einem auch die Songtexte: voller schöner Bilder, in einfacher Sprache, aber weitem Raum für Auslegung, verspielt, intelligent, unkonventionell. Auch musikalisch ist die Band auf der sicheren Seite, sie gesellt sich an die Seite der wenigen relevanten Punkrock-Bands dieses Landes (Boxhamsters, Muff Potter u.ä.), bekennt sich aber auch zu Einflüssen aus den Staaten. Hot Water Music-Freunde dürften hieran sicher Gefallen finden und hin und wieder erinnern sie ein klein wenig an Pop Unknown. Zum einen ist es der mal raue, mal sanfte, gern auch mehrstimmige Gesang, der diese Emotionalität beschwört, zum anderen die wirklich geniale Gitarrenarbeit. Zwei Gitarrenspuren laufen in verschiedene Richtungen, kreuzen sich dann plötzlich wieder, entwickeln ein Eigenleben, harmonieren trotzdem blendend und sprühen nur so vor Ideen. Das ganze in einem organischen, druckvollen und angenehm roughen Sound. Keine Politur, keine Effekthascherei, nur Wesentliches. Gleiches gilt für die Songs an sich. Da muss nichts vorgegaukelt werden, da genügt es, wenn das fraglos vorhandene kreative Potenzial kanalisiert wird. So ist die Eingängigkeit der Songs nicht Mittel zum Zweck, sondern logische Konsequenz ihres sicheren Gespürs für gute Songs. Und davon gibt es elf Stück auf diesem Album. Ist übrigens eine Vinyl-only Veröffentlichung.
Andreas

THOUGHTS Zine
Nach Ewigkeiten wird es Zeit kurz etwas zur oben genannten CD zu schreiben - sorry, wenn ich mir Zeit gelassen habe. Von den ersten Klängen an war ich verwundert, dass es ja haargenau nach dem Boxhamsters klingt. Okay, das "haargenau" möchte ich dann im Laufe der Platte doch wieder revidieren, aber es ist schon sehr stark an der genannten Band orientiert. Keine 1 : 1 Kopie, aber auch keine Band, die die Klasse von Muff Potter, Boxhamsters und all die Bands, die in diesem Zuge normalerweise genannt werden erreicht. Alles in Allem eine ordentliche Platte - sehr sympathisch auf jeden Fall, dass die nur auf Vinyl erscheint!

11pm fanzine
Im Bandinfo springt mir ein Satz ins Auge, den ich mir zum Leitmotiv dieser Rezension nehmen möchte: "der Versuch, nichts zu erwarten ist der Versuch meines Lebens". Ich erwarte nichts und werde, natürlich, positiv überrascht! D.H. lassen offen, für welche Wörter diese Abkürzung nun genau stehen, doch "das heißt" wird es bestimmt nicht sein. Wobei? DH, das heißt viele Einflüsse deutscher Untergrundmusik in einer einzigen Band vereint zu hören. Ihre deutschen Texten (oft gelungen, teils etwas zu pathetisch) können sich durchaus sehen lassen. Den traurigen Zynismus von Kettcar erreichen sie nicht, von der allseits verbreiteten Plattitüde ist aber auch nichts zu hören. In Kombination mit dem eigenwilligen Gesang, der mehr Wert auf Emotion und Verschrobenheit als auf Melodiebögen setzt, geht die Rechnung "Kafkas + Dackelblut = DH" aber auf. Die ostdeutsche Tristesse (DH kommen aus dem sächsischen Nirgendwo Zeitz) zeigt sich dabei oft als zentrales Thema. Von gestorbenen Träumen ist die Rede, von der Ausweglosigkiet. Und vom verbitterten Versuch, es dennoch irgendwann, irgendwie, irgendwo zu schaffen. Ich wette, das spricht einer Menge Leute aus der Seele. In Musik verpackt klingt das Ganze dann nach einer (im positiven Sinne gemeint) schwerfälligen Kreuzung aus schleppend-traurigen Hamburger Schule und deutschen Punkbands. "Zarteste Vergiftung" hatte ich mit seinem up-and-go Drive zunächst für ein Stück Psycho Gambolas gehalten, sonstige Vergleiche reichen von But Alive über Oma Hans bis besagten Kafkas, deren Fans und Freunde bei dh´s gelungenem Versuch, nichts zu erwarten und dabei doch jede Menge zu bieten, blind zugreifen dürfen.
Mirko Gläser

In-Your-Face-Fanzine
"Kurze Hose, Holzgewehr" mit diesem einprägsamen Titel bringen D.H. ihr Debüt - nur auf Vinyl - heraus. Dabei überraschen sie. Anstatt zu langweilen, wie es oftmals bei Deutschpunk in den letzten Jahren passiert ist, zeigen sie ein ähnlich talentiertes Händchen, für schlaue Text und gute Melodien wie KAFKAS oder BOXHAMSTERS. Es wird nicht auf Klischees oder irgendwelche Zwänge geschielt, viel mehr hat man bei "Kurze Hose, Holzgewehr" den Eindruck, dass hier eine Band ihren Wünschen folgt und so musiziert, wie gerade das Herz hängt. Zum perfekten Glück fehlt dieser Band eigentlich nur noch ein wenig mehr Schwung und mehr Gitarren, denn oftmals steht der Gesang etwas alleine da - da kann etwas Unterstützung nicht schaden.
Bewertung: 3 von 6 Lumpis (Ralf)

poisonfree.com
Ohhh... I first was a little bit disappointed when putting this on, cause I expected some german scum punk, which is always good for a laugh or two (at least for me). But... This wasn´t scum punk. This is german sung punkmusic, which reminds me a lot of muff potter. Well maybe this comparison is more than obvious cause the guitar sound is pretty much the same and they also add some intelligent mostly personal lyrics and an emotional twist to their songs. Although this is not as good as muff potter, this is certainly not bad. The songs sometimes lack that one ounce of energy that makes you wanna dance and sing out loud, at least on the record... Unfortunatly they got a rather big mentor with the above menitoned guys. But hey, this is well done, there are some good songs on it and maybe the next release will even overtake the superstars of German student punk. But after all, I guess you can buy this without doubts when you like emotional punk with german lyrics. vinyl only release.

www.rock-city-news.com
Entgegen anders lautender Behauptungen lebt der Superindependent Punkrock noch. Und bei d.h. erlebt er sogar noch etwas, und zwar fröhliche Urständ´. Man stelle sich das örtliche Jugenzentrum vor, nennen wir es mal Struwelpeter oder Quasimodo. Den bescheuerten Namen hat sich ein fleissiger Sozialpädagoge in den 70ern ausgedacht, weil im Kulturausschuß der Jugendbeauftragte gerade auf Selbsterfahrungstrip in Kathmandu weilte. Und da passen d.h. gut rein, auch wenn sie fast ein bißchen zu gut sind. Diese Platte gibt es nur als Vinyl, trotzdem klingt der CD Mitschnitt recht fett. Allerdings pflegt die Band nicht unbedingt die Genreübliche Vollgasfahrt mit drei Griffen, sondern zeigt Anleihen an manche kalifornische Punkbands, die mitunter auch mal den Fuß vom Pedal nehmen. Diese Band empfiehlt sich -ich empfehle sie auch- eben für klassische alternative Zentren, den den Haufen Dorfpunks holt man damit auf jeden Fall von der Straße. Etwas dissonant der Gesang, aber seit den Sportfreunden Stiller darf man selbst das. Falsch singen und trotzdem gut dabei aussehen. Ist definitiv die musikalische Komplementärfarbe zu Kid Rock!
5

Trust Fanzine
Ach Gottchen. Morgens einen doppelten Boxhamster gefrühstückt und´danach bei Fliehenden Stürmen EA 80 gesoffen. Geht in Ordnung. Und bei songs wie "Schiffe versenken" oder "zarteste Vergiftung" hat man von vornherein das Gefühl, dass da nichts mehr anbrennt. Prima Kinners, Zwei Plus und mit nem Bussi ins Bett. (joachim)

Harburger Nachichten
Sie meinen es ehrlich, und sie starten ihren Angriff vom Underground. Wenn die großen Plattenfirmen an intelligentem, deutschen Punkbands kein Interess haben, machen sie es eben selbst. Vonn der LP Produktion bis hin zum Verkauf. Die leipziger d.h. sind ein Beispiel dafür, was sich die Majors entgehen lassen:
anspruchsvollen, melodienlastigen und vor allem gefühlvollen Punk. Vergleichbar mit den Boxhamsters und den frühen Aeronauten bestechen d.h. mit Charme und sehr viel Herzblut.

www.backagain.de
Kurz und prägnant ist der Name dieser Punkrock-Band, die sich musikalisch vom Skater-Einerlei der letzten Jahre abhebt. Das liegt daran, dass D.H. sehr melodisch und melancholisch sind. Ich würde sie als eine Mixtur aus den Boxhamsters und But Alive ansehen, was ein großes Kompliment ist, denn But Alive gehören für mich zu den besten Punkrock-Bands der letzten Jahre, auch wenn es sie inzwischen nicht mehr gibt. Ähnlich gelungen sind auch die Texte von D.H., die nicht nur sehr persönlich, sondern auch sehr intelligent und hintergründig daherkommen. Das ist auch definitiv ein Album, das man beim ersten Hören nett findet, beim zweiten mal gut und schon beim dritten mal großartig. Lasst Musik sprechen, sage ich da nur. Etwas schade ist allerdings, dass dieses Album ausschliesslich auf Vinyl erscheinen wird, was dem Erfolg der Band garantiert im Wege stehen wird. Wenigstens ist nicht ausgeschlossen, dass eine CD irgendwann noch einmal folgen wird. D.H. gehören für mich zu den Entdeckungen des Jahres und jetzt höre ich auf zu schreiben, denn ich muss mir die Platte jetzt noch einmal in Ruhe anhören und ich wette, dass sie dann von „großartig“ auf „meisterlich“ steigen wird. (H.H.)

www.4p-fanzine.de
Hier die Infos: Dieses Album gibt es eigentlich nur als Vinyl, es wird vertrieben von Flight 13 , es handelt sich um das Debut von D.H. , was ihr zu hören bekommt, ist sehr rockiges Zeug mit philosophischen Weisheiten, vorgetragen auf Deutsch... klingt ungefähr wie TOCOTRONIC, nur punkrockiger... Ich möchte mich hier weitgehendst zurückhalten was eine Bewertung angeht, die Musik gefällt mir wirklich, die Leute haben es drauf, aber für mich sind die Vocals, und vor allem der Inhalt recht fragwürdig. Kurz, ich finde dieses pseudointelektuelle Zeug dieser Hamburger Schule (bleiben wir beim TOCOTRONIC-Vergleich) bescheuert, und auch diese Bewegung innerhalb der deutschen Punkrockszene kann mir nichts abgewinnen. Wer auf solche Sachen steht, dem sollten D.H. gefallen, denn neben diesen Texten steht halt die wirklich gute Musik. (zolly)

anarchyandpeace Fanzine
d.h. aus Zeitz liefern mit „Kurze Hose, Holzgewehr“ ihr Debütalbum! In ihrem eigenen Stil, schöne Melodien, mal volles brett punkig, mal emo, mal ruhige Gitarre, überzeugen sie durchaus. Mit deutschsprachigen Texten, die aus dem Bauch heraus kommen und tief in die Seelen blicken. D. H. haben mit diesem Album bewiesen, daß sie wirklich zu Ohrwürmern fähig sind. Denn sie verstehen es, sich in ihrer Muttersprache sehr gut auszudrücken und müssen sich nicht wie andere deutsche Bands hinter peinlichen oder englischen Texten verstecken. Ein sehr gelungener Tonträger wie ich finde und meiner Meinung nach können sie es auch ohne Probleme mit Bands wie BOXHAMSTERS, BAD COMMUNICATION, SKINNY NORRIS und MUFF POTTER aufnehmen!! Endlich